Wie läuft ein Flugbetrieb ab? - Ein kurzer Einblick

Um 9 Uhr trifft man sich zum Briefing auf dem Flugplatz. Dabei bespricht man das Tagesvorhaben, die Dienste, schaut ins Wetter und verteilt die Aufgaben für das Ausräumen der Technik.

Wichtige Dienste sind bei jedem Schulbetrieb:

  • Windenfahrer/Seilrückholer
  • Flugleiter/Startschreiber
  • Fluglehrer mit Schüler
  • Flugzeugrückholer

Üblicherweise kümmert sich der Fluglehrer mit seinen Flugschülern um das Aushallen der Flugzeuge, das Prüfen der Fallschirme und die Kontrolle der Batterien, sowie der Dokumente. Nachdem die Flugzeuge an den Start gezogen wurden, überprüfen Schüler und Lehrer gemeinsam das Flugzeug durch eine festgelegte Durchsicht. Ist alles in Ordnung, kann das Luftfahrzeug für den Schulungsbetrieb genutzt werden. Der Lehrer unterschreibt den einwandfreien Zustand des Flugzeugs im Bordbuch und bereitet ein Flugspiel für die Schüler vor. Dabei werden dem Flugschüler Fragen - abgestimmt auf seinen Kenntnisstand - gestellt, damit er sich mental mit seiner heutigen Aufgabe auseinander setzen kann.

Parallel dazu kümmern sich Windenfahrer und Flugleiter um den Aufbau der Geräte, z.B. des Windsacks oder der Funkverbindung zwischen Winde und Startwagen. Ist alles funktionsfähig, kann sich die Besatzung fertig machen. Der Fallschirm wird angelegt, das Spornkuller entfernt, beide Piloten angeschnallt und ihre Vorflugkontrolle durchgesprochen. Der Flugschüler sitzt vorn, der Fluglehrer im hinteren Sitz. Je nach Ausbildungsstand steuert der Schüler selbst.  Der 1. Windenstart kann herausgehen.

Sobald sich das Segelflugzeug in einem bestimmten Winkel über der Winde befindet, fällt das Windenseil automatisch heraus. Zur Kontrolle wird 3x nachgekuppelt. Auf dem Fahrtmesser sind nun je nach Flugzeugmuster stabile 100 km/h abzulesen. Nun erfolgt aus 300 bis 450 m der Querabflug mit Blick zur Winde, gefolgt vom Gegenanflug. Jetzt befindet sich das Luftfahrzeug parallel zur Start-/Landebahn in einem seitlichen Abstand von 1 bis maximal 2 km im sogenannten Übungsbereich. Dort zeigt der Schüler sein Können bei der vorher durchgesprochenen Aufgabe. Sobald sich das Flugzeug 200 m über Grund befindet, ist die Übungsphase beendet. Nun beginnt die Landephase. Dazu nennt der Schüler die Kennung des Flugzeuges, deren Position und sein Vorhaben über Funk, fliegt ein in den Queranflug, überprüft seine Höhe und leitet die 4. und letzte Kurve in den Endanflug ein. Durch betätigen der Bremsklappen verliert das Flugzeug die gewünschte Höhe und lässt sich nahezu punktgenau Abfangen und Aufsetzen. Der Fluglehrer fühlt mit und gibt falls erforderlich Hinweise.

Nach der Landung fährt das Rückholfahrzeug an das bereits stehende Segelflugzeug, befestigt das Spornkuller und hängt es an das Seil. Im Schritttempo geht es zurück zum Start. Diese Zeit nutzen Lehrer und Schüler und werten den Flug aus. Am Start angekommen, gibt der Fluglehrer seinem Schüler die Aufgabenstellung für den nächsten Flug. Die Besatzung macht sich wieder fertig und der Kreislauf beginnt von vorn.

 

Über den Tag erhält jeder Schüler zwischen 3 und 7 Starts. Ist das Tagesziel erreicht oder lässt es das Wetter nicht mehr zu, wird die Technik zurückgebaut, die Flugzeuge an die Halle gezogen, geputzt und anschließend eingehallt. Idealerweise werden die Aufgaben wieder verteilt. Vom letzten Start bis zum Zuschieben der Hallentore vergehen meist 1,5 Stunden. Abschluss des Flugtages ist das Debriefing, bei dem alle Beteiligten den Tag auswerten und eventuelle Verbesserungsvorschläge für den nächsten Flugtag ansprechen.

Diese Details lassen erahnen, dass alle Prozeduren während und um den Flugbetrieb selbst festgelegt und standardisiert sind. Sicherheit hat in der Fliegerei den höchsten Stellenwert. Um diese zu gewährleisten gibt es sogenannte Rituale, die sich im Laufe der Ausbildung „einschleifen“ sollen. Was wie eine monotone Abfolge wirkt, ist in Wahrheit äußerst sicherheitsrelevant, da zum Zeitpunkt des Briefings der Flugtag nie exakt planbar scheint – denn Fliegerei ist flexibel.

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